Agrarpolitik 2014-17 wird Umweltziele verfehlen

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz begrüssen die allgemeine Stossrichtung der Agrarpolitik 2014-17. Insbesondere die neuen Beiträge für Ressourceneffizienz, biodiversitätsfördernde Produktionssysteme und Landschaftsqualität sowie die verstärkten Anreize für qualitativ wertvolle Biodiversitätsförderflächen erachten die Akademien als wichtige Neuerungen. Die Änderungen genügen jedoch nicht, um die „Umweltziele Landwirtschaft“ zu erreichen, wie die Akademien in ihrer am Donnerstag publizierten Stellungnahme festhalten.

Pflanzen (Symbolbild)
Bild: northlightimages, istockphoto.com

Damit sich die Schweizer Landwirtschaft nachhaltig entwickeln kann und das Produktionspotenzial langfristig erhalten bleibt, müssen mindestens die „Umweltziele Landwirtschaft“ erreicht werden. Die vorgeschlagenen Massnahmen der Agrarpolitik 2014-17 gehen zwar in die richtige Richtung, genügen jedoch nicht: die Direktzahlungen müssten stärker auf die Umweltziele ausgerichtet werden, wobei regionale Besonderheiten berücksichtigt werden sollen. So hat der Basisbeitrag für die Versorgungssicherheit nach wie vor ein sehr grosses Gewicht im Vergleich zu jenen Beiträgen, die einen schonenden Umgang mit Ressourcen, der Biodiversität und der Landschaft fördern. Die Akademien empfehlen deshalb, insbesondere die Biodiversitäts-Beiträge und den Mindest-Anteil der Biodiversitätsförderflächen auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche zu erhöhen.

Sensible Ökosysteme werden durch die heutigen grossflächigen Einträge von Stickstoff geschädigt. Auch die diversen Ziele der Schweiz zur Reduktion der Stickstoffemissionen bis 2020 werden gemäss einer Untersuchung voraussichtlich nicht erreicht. Für die Akademien ist deshalb nicht nachvollziehbar, weshalb in der Agrarpolitik 2014-17 die Probleme rund um Stickstoffeinträge nahezu nicht berücksichtigt werden. Die Anreize zur Reduktion der Stickstoffemissionen und zur Verbesserung der Stickstoffeffizienz sind aus Sicht der Akademien dringend zu verstärken.

Neue Massnahmen müssen getestet und während der Umsetzung evaluiert werden. Nur so kann garantiert werden, dass die Mittel wirkungsvoll und effizient eingesetzt werden. Die Streichung eines Passus in der Direktzahlungsverordnung, welcher die Förderung von Untersuchungen zu ökologischen Ausgleichsflächen erlaubt hatte, ist aus Sicht der Akademien deshalb nicht sinnvoll. Dies würde entsprechende Forschungsprojekte und damit Optimierungen des Mitteleinsatzes erschweren.

Die Stellungnahme der Akademien Schweiz fokussiert auf Aspekte der Biodiversität, der Umwelt und der Ressourcen, die für die Erhaltung des Produktionspotenzials unerlässlich sind.

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