Die Zeitschrift des Forums Biodiversität widmet sich aktuellen Themen rund um die Biodiversität, welche Forschende und Fachleute aus Verwaltung und Praxis beleuchten. Zweimal jährlich erscheint eine neue Ausgabe in Deutsch und Französisch.

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Die naturnahe Bank - ein Leuchtturmprojekt für Biodiversität im Siedlungsraum

Kompass B hat im Auftrag der Zürcher Kantonalbank an über 20 Standorten naturnahe Oasen geschaffen und damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt im Siedlungsraum geleistet. Die Ergebnisse zeigen: Mehr Biodiversität ist nicht nur möglich, sondern bereichert auch den Alltag von Mitarbeitenden sowie Kundinnen und Kunden gleichermassen.

VON CLAUDIO SEDIVY

Als Umsetzungspartner des Projekts «Biodiversität – die naturnahe Bank» konnte Kompass B aufzeigen, wie die Vision einer biodiversen Umgebungsgestaltung mitten im Siedlungsraum realisiert werden kann. Begonnen hatte alles mit der Ambition der Zürcher Kantonalbank (ZKB), die nationale Strategie Biodiversität Schweiz aktiv zu unterstützen und gleichzeitig die Verbindung zwischen Mensch und Natur zu stärken. Das Ergebnis sind eindrucksvolle Wildbienenparadiese, die nicht nur die Artenvielfalt nachweislich fördern, sondern auch das Bewusstsein für die Bedeutung dieser Ökosysteme schärfen.

Vielfältiger Mehrwert
Das Projekt startete 2018 mit einem Pilotversuch in Eglisau, wo erste Pflanzeninseln auf einer Rasenfläche geschaffen wurden. Die positiven Rückmeldungen führten zur Umsetzung weiterer Projekte. So wurde 2019 zusammen mit Kompass B der gesamte Aussenbereich der Filiale Männedorf naturnah gestaltet. Bis heute konnte Kompass B an über 20 Standorten der ZKB vielfältige biodiverse Habitate auf einer Gesamtfläche von über 7500 m2 realisieren.

Ökologisch aufgewertete Filiale der Zürcher Kantonalbank.
Ökologisch aufgewertete Filiale der Zürcher Kantonalbank.Bild: Christian Egger, detail.ch
Ökologisch aufgewertete Filiale der Zürcher Kantonalbank.
Ökologisch aufgewertete Filiale der Zürcher Kantonalbank.Bild: Christian Egger, detail.ch

Einheimische Wildblumen sorgen dabei für ausreichend Nahrung für die Wildbienen, während unterschiedliche Strukturen wie Sandflächen, Kies und Totholz ideale Verstecke und Nistplätze bieten. Eine Wirkungskontrolle dokumentiert den Erfolg der Massnahmen: In den untersuchten Gärten kann mittlerweile über ein Drittel aller Wildbienenarten des Kantons Zürich und etwa ein Fünftel aller Arten der Schweiz nachgewiesen werden. Neben den Wildbienen profitieren auch Reptilien, Schmetterlinge, Vögel und viele weitere Tierarten.

Es wurden auch kreative Lösungen umgesetzt, die sowohl optisch als auch ökologisch nachhaltig wirken. Beispielsweise schaffen entsiegelte Asphaltflächen einerseits natürlichen Lebensraum, andererseits leisten sie einen Beitrag zur Hitzeminderung und Wasserretention.

Sensibilisierung der Öffentlichkeit
Ein weiterer Fokus des Projekts liegt auf der Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Interessierte Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, in den ästhetischen und naturnah gestalteten Gärten Wildbienen und weitere Insekten zu beobachten und sich dank Informationstafeln über deren ökologische Ansprüche zu informieren. Öffentliche Führungen durch die Wildbienenparadiese sowie Workshops zur naturnahen Gartengestaltung tragen massgeblich zur Verankerung des Themas im Alltag bei.


Claudio Sedivy ist Biologe und Wildbienenspezialist. Seine Firma Kompass B schafft und pflegt biodiverse Oasen im Siedlungsraum.

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