Die Zeitschrift des Forums Biodiversität widmet sich aktuellen Themen rund um die Biodiversität, welche Forschende und Fachleute aus Verwaltung und Praxis beleuchten. Zweimal jährlich erscheint eine neue Ausgabe in Deutsch und Französisch.

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Henniez: Biodiversität als Trumpf für das Geschäft

Angesichts des Klimawandels und der Schädigung der Ökosysteme ist die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasserressourcen für Unternehmen von grundlegender Bedeutung. Dies gilt auch für Nestlé Waters und seine Abfüllanlagen für natürliches Mineralwasser in Henniez. Deshalb lancierte das Unternehmen 2009 in enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteurinnen und Akteuren sein ECO-Broye-Programm, das zeigt, wie Biodiversität und das Management der Einzugsgebiete in Einklang gebracht werden können.

VON MEIKE SCHMIDT

«Ein verantwortungsvoller und nachhaltiger Umgang mit Wasser ist entscheidend, um die Nachhaltigkeit unseres Geschäfts zu gewährleisten und zugleich die lokale Biodiversität zu respektieren», erläutert Luca Guglielmetti, Hydrogeologe bei Nestlé Waters Schweiz in Henniez. Dieser holistische Ansatz geht davon aus, dass Wasser, Land und Biodiversität miteinander verbunden und unverzichtbar sind für die Gesundheit der Ökosysteme.

Wasser ist eine Schlüsselressource nicht nur für die Produktion von Nestlé Waters, sondern auch für die lokale Bevölkerung, die wirtschaftlichen Tätigkeiten in der Region und das Wohl der umliegenden Ökosysteme. Wie das Land genutzt wird, spielt eine fundamentale Rolle für die Wasserqualität, denn landwirtschaftliche Praktiken, Besiedlung und Waldbewirtschaftung wirken sich direkt auf die Wassereinzugsgebiete aus. Die Biodiversität trägt durch gesunde Böden und vielfältige Ökosysteme zur natürlichen Filtrierung des Wassers bei, fördert dessen Speicherung und vermindert den Abfluss.

Schutz von natürlichem Mineralwasser
«Es ist faszinierend wie die Natur das Grundwasser filtert. Das Wasser sickert durch verschiedene Boden- und Gesteinsarten, wo es von Mikroorganismen natürlich gereinigt und mit Mineralien angereichert wird», erklärt der Hydrogeologe. In Henniez kann diese unterirdische Reise zwischen einigen Monaten und mehreren Jahren dauern. Dabei ist die langsame Filtrierung zentral, um die Eigenschaften eines natürlichen Mineralwassers wie Henniez zu gewährleisten.

Um diese Ressourcen zu bewahren, hat Nestlé Waters im Umkreis der Mineralquellen Schutzzonen eingerichtet: «Auf den Grundstücken, die Nestlé Waters gehören, werden keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die Wiesen werden extensiv bewirtschaftet und es gibt seit Jahrzehnten ein Programm zur Wiederaufforstung und Bewirtschaftung von Waldflächen.» Diese Zonen ermöglichen die Wiederherstellung verarmter Ökosysteme und die Förderung der Biodiversität.

Luca Guglielmetti, Hydrogeologe bei Nestlé Waters Schweiz in Henniez, erklärt, wie das Wasser durch verschiedene Boden- und Gesteinsarten sickert und dabei durch Mikroorganismen gereinigt wird.
Luca Guglielmetti, Hydrogeologe bei Nestlé Waters Schweiz in Henniez, erklärt, wie das Wasser durch verschiedene Boden- und Gesteinsarten sickert und dabei durch Mikroorganismen gereinigt wird.Bild: Micha Eicher, scharfsinn.ch
Luca Guglielmetti, Hydrogeologe bei Nestlé Waters Schweiz in Henniez, erklärt, wie das Wasser durch verschiedene Boden- und Gesteinsarten sickert und dabei durch Mikroorganismen gereinigt wird.
Luca Guglielmetti, Hydrogeologe bei Nestlé Waters Schweiz in Henniez, erklärt, wie das Wasser durch verschiedene Boden- und Gesteinsarten sickert und dabei durch Mikroorganismen gereinigt wird.Bild: Micha Eicher, scharfsinn.ch

In Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft
Andernorts spannt Nestlé Waters mit lokalen Landwirtinnen und Landwirten und regionalen Akteurinnen und Akteuren zusammen, um Schutzmassnahmen zu ergreifen. «Wir müssen Herausforderungen antizipieren und zusammenarbeiten, um unsere Ressourcen zu schützen», ist Guglielmetti überzeugt.

Ein konkretes Beispiel für diese Zusammenarbeit im Rahmen von ECO-Broye ist ein Projekt zur Tröpfchenbewässerung: Nestlé Waters stellt Landwirtinnen und Landwirten Wasser zur Verfügung, um eine optimale Wasserversorgung sicherzustellen, damit sie ihre Produktionsplanung auch bei Trockenheit oder Mangel an Flusswasser einhalten können, bei gleichzeitiger Minimierung des Wasserverbrauchs (Tropfbewässerung benötigt ca. 30 Prozent weniger Wasser als Sprinklerbewässerung).

Das Projekt AgrEauConseil ist ein weiteres Beispiel für den Schutz des Wassers und der Ökosysteme. Nestlé Waters arbeitet mit rund 20 Landwirtinnen und Landwirten aus dem Wassereinzugsgebiet sowie dem Verein ProConseil zusammen, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft zu reduzieren.

«Es handelt sich um ein Portfolio an Lösungen, Praktiken und Technologien, die auf die Bedürfnisse der einzelnen Landwirtinnen und Landwirte zugeschnitten sind und dank derer weniger Chemikalien zum Einsatz kommen - etwa die Planung der Fruchtfolge oder auch die Nutzung von Robotik oder Direktsaatmaschinen. Auch finanzielle Unterstützung für den Kauf und die Anmietung innovativer Maschinen ist vorgesehen», erläutert Guglielmetti. Hinzu kommen ein regelmässiger Austausch zwischen den Betriebsleitenden, Vorführungen im Feld, eine sorgfältige Überwachung der Qualität der Oberflächengewässer sowie eine stetige Kommunikation mit den Landwirtinnen und Landwirten, um die idealen Lösungen zu finden, die den Schutz der Wasserqualität und der Biodiversität gewährleisten und den Bäuerinnen und Bauern zugleich die Weiterführung ihrer Betriebe ermöglichen.

Kommunikation als Schlüsselfaktor
Es bleiben aber Herausforderungen bestehen - vor allem die Akzeptanz durch die Landwirtschaft, die Einschränkungen bei traditionellen Landnutzungsmethoden als Belastung empfinden kann. Die Umsetzung dieser Massnahmen erfordert eine ständige Überwachung und eine transparente Kommunikation zwischen allen Parteien, um Vorbehalte aus dem Weg zu räumen.

Das Beispiel von ECO-Broye zeigt, dass die Synergie zwischen Biodiversität und Nutzung von Wasserressourcen entscheidend ist für die Sicherung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Grundlage. Das Fazit von Guglielmetti ist klar: «Durch Zusammenarbeit können wir sicherstellen, dass Wasserressourcen auch für zukünftige Generationen verfügbar sind und der Reichtum unserer Biodiversität erhalten bleibt.»


Meike Schmidt ist Leiterin Kommunikation und Nachhaltigkeit bei Nestlé Waters Schweiz.

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Weitere Informationen: ECO-Broye